Ich glaube, in der Erinnerung sieht immer alles besser aus! Man neigt dazu, die schönen Erinnerungen zu behalten und die schlechten zu vergessen. Mensch, das sind zehn Jahre und bei manchen Leuten noch mehr. Und der Bauch war noch nicht so dick, und bei manchen Frauen saß der Arsch vielleicht noch straff... und man war noch jung und dynamisch... Schon deswegen gerät man automatisch in Trübsal.

Aber man übersieht halt, dass es eben doch nicht alles so toll war.
Und der Status des Spiels... Status ist allgemein nichts, was man mit ins Grab nehmen kann. Siegerkronen sind nutzlos. Was nützt einem das Ziel, wenn man den Weg nicht genießen kann oder nicht genossen hat? Der größte Verschwender (auch seines eigenen Lebens) ist der Geizhals. Der sammelt und sammelt und wird doch nie die Möglichkeit haben, es auszugeben und sich daran zu erfreuen. Kurz: Vergiß den Status, der macht einen automatisch zum Verlierer. (Das ist meines Erachtens auch ein genereller Fehler der Wessi-Welt: sie fixiert sich immer auf die großen, ersten Plätze und optimiert sich irgendwann zu Tode... 25 % Gewinn und so weiter... Entwicklungen entstehen aus Versuch und Irrtum, aus kleinen Dingen, lächerlichen Dingen, fehlerhaften Dingen. Und selbst wenn sie nie das Siegertreppchen erreichen, so sind sie doch bedeutend. Wie die Mikroelektronikindustrie der DDR. Die hing dem Westen weit hinterher. Aber ohne sie wäre die DDR nie in der Lage gewesen, automatisierte Maschinen herzustellen und im wirtschaftlich isolierten Ostblock zu verkaufen. Ein hochwichtiger Wirtschaftszweig für das kleine Land, nur im internationalen Rahmen unbedeutend.)
Wie früher schon erwähnt glaube ich natürlich an das Ende der TR-Reihe, weil halt jede Entwicklung irgendwann seinem Ende entgegengeht. Das ist wie die Artussage. Zu dumm, daß ich jetzt die Bücher zu Hause hab... aber sie hatte ursprünglich einen Sinn, der über eine versponnene Heldengeschichte hinausgeht. Sie sollte etwas lehren, was mich beeindruckt hatte, ich weiß bloß gerade nicht was. Aber im Laufe der Zeit kamen immer neue Interpretationen hinzu, und sie wurde immer mehr mit Details aufgebläht, bis sie irgendwann sinnlos wurde, und sie keiner mehr mag, weil sie keinem was sagt. Man sollte halt seinen persönlichen Sinn darin finden und es dabei belassen. Das kann man nicht verlieren, weil es sich mit der eigenen Persönlichkeit überschneidet, und dadurch irgendwie universell gültig ist. Quasi ne Art Selbsterkenntnis durch ein Spiel. Hat man sie, braucht man es nicht mehr.
Aber noch lebt TR. Und ich bedauere es etwas, den DLC nicht spielen zu können. Aber gleichzeitig freut es mich auch irgendwie. Denn man muß nicht alles haben.
Siehe, die Paläste sind Ruinen. Der Zorn der Herrscher hat sich in Luft aufgelöst. Keine Spur von Glanz und Glorienschein blieb... Dschami, 15. Jh.